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Netzpolitik

Der Arzt sagt doch, ich soll mich nicht immer so aufregen …

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Naja, sagt er nicht wirklich, ist aber nur noch eine Frage der Zeit. Gerade jedenfalls, während ich mit meinem ersten Kaffee wach zu werden versuche und schaue, was es denn so neues in der Welt gibt, habe ich den Artikel Mögliche und wirkliche Opfer in der Online-Ausgabe der SZ gelesen. Ich mag die SZ ja wirklich, aber das geht zu weit. Natürlich kann man der bösen, bösen Vorratsdatenspeicherung auch positive Aspekte abgewinnen – gegenüber den negativen stehen diese jedoch in keinem Verhältnis. Die Argumentation, mit der von scheintoten Politikern, die vermutlich – so überhaupt- noch auf Schreibmaschinen tippen, für die Vorratsdatenspeicherung (Gott, ist das ein sperriges Wort…) werben ist ebenso weltfremd wie mein Bankräuber-Beispiel weiter unten. Nicht daß das noch jemanden wundern würde. Wundern tut mich nun aber, daß die SZ eine derartig einseitige Darstellung ohne großen Warnhinweis druckt und sich so vor einen politischen Karren spannen lässt, der mir so gar nicht passt. Ich konnte nicht anders, als der Redaktion eine kleine E-Mail zu schreiben – ich bin gespannt, ob es Feedback gibt:

Liebe SZ-Redaktion, (mehr …)

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Wählt Sascha Lobos Mutter die FDP?

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Ich habe gerade, seit sehr, sehr langer Zeit, mal wieder einen Artikel von Sascha Lobo gelesen. Eigentlich halte ich den Kerl ja für eine Medienschlampe, die alles dafür tut, sein Gesicht in eine Fernsehkamera zu halten. Sei es sich als Experte für etwas auszugeben, wovon er keine Ahnung hat, oder sich als (gefühlter?) Mittvierziger eine lächerliche Teenie-Punker-Frisur stehen zu lassen. Trotzdem. Schlecht ist sein Artikel “Unsere Mütter, unsere Fehlernicht. Nur eben auch nicht richtig. Nein. So kann man das nicht stehen lassen!

Sascha Lobos Mutter weiß offenbar nicht, was das Leistungsschutzrecht ist und warum das ziemlich doof ist. Buuuh!  Hätte ihr jemand erzählen sollen!

Recht hat der gute Mann, wenn er behauptet, $wirAlle hätten es versäumt, den Menschen in unserem sozialen Umfeld (soweit bei Netzaktivisten vorhanden ;-)) in’s Gewissen zu reden. Stimmt. Habe ich auch zu wenig getan. Ich habe zwar mit einigen Leuten darüber gesprochen, auch mit solchen, die keine besondere Affinität zu Netzpolitik haben. Darauf von mir bekehrt zu werden hatte allerdings keiner gewartet. Wen wundert’s – ging es doch stets um ein Gesetzt, das, vor allem in der Fassung die jetzt verabschiedet wurde, vollkommen bescheuert ist. Kein Mensch, dessen IQ über dem einer feuchten Scheibe Toastbrot liegt, kann ausgiebig über dieses Gesetzt nachgedacht und es für gut befunden haben. Da braucht es nicht diverse Experten oder eben die Leute vom Fach, die sagen, daß das so nicht gehört. Selbst die Süddeutsche Zeitung, eigentlich Verfechter des LSR hat die letzte Version des Gesetztes als nutzlos und schwammig abgetan. Hinzu kommt, daß ein derart wabbeliges Gesetzt, eines ohne klare Definition was erlaubt ist und was nicht, ohnehin niemandem nützt – außer den Abmahnanwälten, die alle möglichen User mit Scheiße überschwemmen werden. Die Auslegung des Gesetztes sei Sache der Gerichte… Entschuldigung – sie haben Demokratie nicht verstanden, Herr Abgeordneter!

Apropos, Herr Abgeordneter – Haben Sie mit meiner Mutter gesprochen? Die hat Sie nämlich in Ihr Parlament gewählt. Nein? Was? Mit der Mutter von Herrn Lobo auch nicht? Ich bin entsetzt! Aber wen vertreten Sie denn nun? Etwa nicht die Meinung derer, die Sie gewählt haben? Vielleicht sollten unsere Mütter ja anfangen mit selbstgekochten Marmeladen und Apfelkuchen Lobbyarbeit im Bundestag zu betreiben! Selbstverständlich erst, nachdem wir ihnen erklärt haben, was das Leistungsschutzrecht ist und warum es verdammt nochmal scheinicht gut ist. Vielleicht schmeckt der Apfelkuchen meiner Mutter (der ist verdammt gut!) den Herrn Abgeordneten ja so gut, daß sie den neuen iShit von Herrn Springer im Osternest liegen lassen und im Sinne derer Abstimmen, die sie gewählt haben.

Vielleicht braucht es auch einfach ein paar Piraten im Bundestag, die sagen was wahr ist und ein paar Jahrzehnte, bis die alten Säcke, die sich auf bequemen Posten auf ihre Pension freuen unter der Erde sind. Vielleicht wird dann ja alles gut. Oder auch nicht.

Wenn ich mich bei Herrn Lobo jetzt noch für die Formulierung “Ringelpiez mit Anklicken”, die mich sehr erheitert hat, bedanken will – muß ich dann dafür zahlen?

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