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September, 2015:

Wie die DHL ihre Kunden bei Verlust von Paketen abzockt.

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Scheiss DHL!Gerade ist für mich eine zweimonatige Odyssee durch den Dschungel der Bürokratiehölle von DHL zuende gegangen – just, als ich mich entschieden hatte zu klagen. Ende gut, alles gut?  –  Von wegen! Mit DHL Paket werde ich wohl künftig nicht mehr verschicken. Bisher habe ich in der naiven Annahme gelebt, daß ein großer Konzern, bei dem ich treuer Kunde bin, sein Wort hält. Nicht so die DHL. Hier versucht man im Schadensfall den betroffenen Kunden bestmöglich abzuzocken. Ob das Betrug ist hätte um Haaresbreite ein Gericht klären dürfen. Ich glaube: Ist es. Was war passiert?

 

Chronik vom Versagen eines ‘Dienstleisters’.

Am 21. Juli habe ich ein Paket mit einem GoPro-Case darin versendet. Das Paket konnte trotz korrekter Anschrift nicht zugestellt werden (23. Juli). Möglicherweise war der Fahrer besoffen oder hatte keine Lust – soll ja beides vorkommen. Also hat sich das Paket auf den Weg zurück zu mir, dem Absender, gemacht. Wo es trotz korrekter Adresse ebenfalls nicht ankam (Besoffen? Keine Lust?). Nicht in dieser Realität jedenfalls.

Die Realität der DHL ist eine andere. Spekulationen über Schwarze Löcher oder chemische Drogen würden an dieser Stelle zu weit führen, ich belasse es dabei festzustellen, daß mein Paket angeblich an meinen Nachbarn namens “Briefkasten” zugestellt wurde (24. Juli). Das sagt zumindest das Tracking-System. Im Briefkasten oder an der Tür habe ich keinen Zettel. Unnötig zu sagen, daß ich keinen Nachbarn namens Briefkasten habe… Meine realen Nachbarn haben natürlich auch kein Paket für mich.

Ein Anruf bei der Hotline bringt mich nicht weiter: Ich muß 10 Tage warten, bevor ich einen Nachforschungsauftrag erteilen kann. Das tue ich dann (3. August) natürlich auch. Komplett mit Photo der Ware und Kopie des Einlieferungsbelegs. Vor allem aber auch inklusive einer eindeutigen Schilderung des Sachverhalts.

Es passiert lange nichts, dann erhalte ich einen Brief “[…] In der Zwischenzeit haben wir Ihre Anfrage geprüft und festgestellt, dass Ihre Sendung einem Empfangsbevollmächtigten ausgeliefert wurde. […]”. Das ist natürlich offensichtlich eine Lüge. Hier wird sich die DHL wohl gedacht haben “Wir lehnen jeden Antrag beim ersten Mal ab. Da werden schon Genug Leute nicht nachbohren, das lohnt sich.” (10. August¹) So einfach mache ich das denen natürlich nicht und lege Widerspruch ein.

DHL-Abzocke-1

Anrufe bei der Hotline bleiben vorerst erfolglos – die im Schreiben angegebene Telefonnummer ist nicht aktuell und leitet zur DHL-Zentrale weiter, die nicht zuständig ist.

Am Mittag des 2. September ruft meine Freundin mich an und erklärt mir, ein Typ™ von DHL stehe vor der Tür und wolle für irgendwas eine Unterschrift von ihr. Im Telephonat mit dem Kerl stellt sich heraus: Er war schon ein paar Mal mittags da und hat mich nie angetroffen. Wunderlich, daß ich an Werktagen Mittags nie zuhause bin um unangekündigten Besuch zu empfangen! Anrufen oder eine E-Mail schreiben war aber wohl zu kompliziert. Sei’s drum, Immchen bekommt gerne auch nochmal schriftlich, daß ich das Paket nicht zurück erhalten habe.

Einen satten Monat später (10. September) erhalte ich eine E-Mail:

wir bedauern Ihnen mitzuteilen, dass der Verlust Ihrer Sendung festgestellt wurde. Den Ihnen
entstandenden Schaden möchten wir schnell regulieren. Bitte senden Sie uns dazu
· eine Kopie Ihrer Rechnung an den Empfänger, einen anderen Nachweis über den Wert des
Inhaltes oder einen Kaufabschluß, woraus Käufer und Verkäufer hervorgehen.
Einkaufsrechnung, Kassenbeleg,Paypal Kontoauszug oder Bankkontoauszug wobei der
Geldtransfer ersichtlich ist.

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Haha! Sehr witzig! Eine Information über den Inhalt inkl. Preisangabe hatte die DHL. Eine Rechnung muß ich also auch noch haben? Versichert sind bei DHL also nur Waren, für die ein Geldtransfer nachgewiesen werden kann! Das ist in meinen Augen sehr kritisch, da ich häufig wichtige Unterlagen mit der DHL verschickt habe, deren Wiederbeschaffung Kosten verursacht hätte, für die es aber sicher keine Rechnung gibt. Ich habe der DHL also nochmals das Photo des Inhalts mit dem sichtbaren Preisschild geschickt und darauf bestanden, man möge diesen Wert, die Kosten des Versands und – es war ein Brief – das Porto für diesen Brief erstatten.

Weiter geht es am 16. September, als ich einer E-Mail der DHL entnehme:

“wir bedauern Ihnen mitzuteilen, dass der Verlust Ihrer Sendung festgestellt wurde. Den Ihnen
entstandenden Schaden möchten wir schnell regulieren. Bitte senden Sie uns dazu
Einkaufsrechnung, Kassenbeleg,Paypal Kontoauszug/ebay Account Auszug oder
Bankkontoauszug,
wobei der Geldtransfer ersichtlich ist.
Bis zum heutigem Tag sind Sie dieser Aufforderung noch nicht nachgekommen.”

dhl-Abzocke-3Ich fürchte eine Endlosschleife und sende abermals das Photo und meinen Hinweis, daß gefälligst der Wert des Inhalts zu erstatten sei, den die DHL ja schließlich verloren hat.

Unseriöse Geschäftspraktiken der DHL?

Am 17. September stelle ich eine Presse-Anfrage zur Vorbereitung dieses Posts an Frau Anita Gupta mit den relevanten Fragen die sich aus dieser unsäglichen Angelegenheit ergeben habe. Leider ist Frau Gupta mir bisher eine Antwort schuldig geblieben. Vermutlich möchte sie dann doch nicht lügen, wenn es um fragwürdige Geschäftspraktiken der DHL geht:

1) Ist die Versicherung von Paketinhalten im Verlustfall nur auf solche Inhalte beschränkt, für die der Absender den Kauf oder Verkauf mittels Kontoauszug (also: Keine Barzahlung, Kassenbeleg nicht im Paket) nachweisen kann?

2) Sind Gegenstände von Wert, die nicht aktuell ge- oder verkauft wurden nicht versichert?

3) Wie gehen Sie mit verlorenen Gegenständen um, die keinen Warenwert haben, deren Wiederbeschaffung aber kostspielig ist (z.B. Buchhaltungsunterlagen)?

4) Sollten solche Gegenstände doch versichert sein: Wie wird deren Wert ermittelt?

5) Gibt es interne Anweisungen, die Sachbearbeitern nahelegen Anträge in erster Instanz grundsätzlich abzuweisen?

Dann endlich, am 21. September¹, also genau 2 Monate nachdem ich ein ausreichend frankiertes und korrekt Adressiertes Paket in einem offiziellen DHL-PaketShop abgegeben habe, ein Brief von DHL. Sie regulieren den Schaden – oder zumindest den Teil der ihnen passt. Meine Portokosten etwa nicht.

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Heute, am 24. September, ist dann vorgezogenes Weihnachten. Das Geld ist wirklich auf meinem Konto angekommen – das hatte ich nicht erwartet.

Fazit

Mein persönliches Fazit: Ich verschicke nun mit Hermes oder DHL-Päckchen. Den Aufpreis für versicherte Pakete die de-facto nicht versichert sind spare ich mir. Wertvollere Fracht vertraue ich nur noch UPS an, die wissen was sie tun.

Beim Transport mit DHL verloren gegangen: GoPro-Case.

Beim Transport mit DHL verloren gegangen: GoPro-Case.


¹: Ich verwendet hier das Eingangsdatum, nicht das vermutlich gefälschte Datum aus dem Briefkopf.

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