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Der Arzt sagt doch, ich soll mich nicht immer so aufregen …

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Naja, sagt er nicht wirklich, ist aber nur noch eine Frage der Zeit. Gerade jedenfalls, während ich mit meinem ersten Kaffee wach zu werden versuche und schaue, was es denn so neues in der Welt gibt, habe ich den Artikel Mögliche und wirkliche Opfer in der Online-Ausgabe der SZ gelesen. Ich mag die SZ ja wirklich, aber das geht zu weit. Natürlich kann man der bösen, bösen Vorratsdatenspeicherung auch positive Aspekte abgewinnen – gegenüber den negativen stehen diese jedoch in keinem Verhältnis. Die Argumentation, mit der von scheintoten Politikern, die vermutlich – so überhaupt- noch auf Schreibmaschinen tippen, für die Vorratsdatenspeicherung (Gott, ist das ein sperriges Wort…) werben ist ebenso weltfremd wie mein Bankräuber-Beispiel weiter unten. Nicht daß das noch jemanden wundern würde. Wundern tut mich nun aber, daß die SZ eine derartig einseitige Darstellung ohne großen Warnhinweis druckt und sich so vor einen politischen Karren spannen lässt, der mir so gar nicht passt. Ich konnte nicht anders, als der Redaktion eine kleine E-Mail zu schreiben – ich bin gespannt, ob es Feedback gibt:

Liebe SZ-Redaktion,

ich bin seit vielen Jahren ein Freund der SZ und über den heute veröffentlichten Artikel „Mögliche und wirkliche Opfer “ entsetzt.

Sicherlich ist die Darstellung von Herrn Käppner eine schöne Utopie – In einer Welt, in der es möglich ist, Kinderschänder schnell über die gespeicherte IP aufzuspüren, möchten wir doch alle gerne leben. Doch diese Art der Berichterstattung ist skandalös einseitig und die Hintergründe sind offensichtlich nicht im Mindesten recherchiert worden.

Der gleichen Argumentation nach stoppen Überwachungskameras in Banken auch Bankräuber – diese müssen nur Ihren Personalausweis vor die Kamera halten.

Daß es für Kriminelle ein Kinderspiel ist, die für die Strafverfolgung relevanten Daten zu verschleiern wird in diesem Artikel nicht im Mindesten erwähnt.

Gerne können Sie mich zwischen 10 und 19 Uhr unter  0221 – ### anrufen, ich erörtere Ihnen dann im Detail kinderleichte Mechanismen, die Ihre „Theorie der nützlichen Vorratsdatenspeicherung“ ad absurdum führen.

Darf man diese einseitige Berichterstattung als Wahlkampf-Auftakt in der SZ werten? Sollte ich mit meiner politischen Ausrichtung doch auf eine andere Zeitung, die konservativen Kräften nicht in die Hände zu spielen versucht, ausweichen?

Gruß aus Köln
Andreas Guse, IT-Consultant

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mene

Lebt seit einem viertel Jahrhundert in Köln und arbeitet seit einem Jahrzehnt als Software-Entwickler und IT-Consultant. Als Querdenker, Nervensäge, Hobbykoch, Outdoor-Fanatiker und Freund überlauter Rockmusik schreibt er hier nieder, was vielleicht niemanden sonst interessiert.

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